Elfen Lied Japscan

Elfen Lied Japscan

Sein wir doch mal ehrlich – wer ließt diesen Manga wegen der Story? Die meisten Leute kamen bisher nur zu diesem Manga, weil das bekannte Death Note-Duo hier dran sitzt und ihr könnt mir nichts anderes erzählen. Natürlich trifft das in gewisser maßen auch auf mich zu, aber mal ehrlich? Manch böse Worte von vielen Lesern kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Denn es geht immer nur: „Das war in Death Note so und hier ist es total kacke.“ Klar, es ist Death Note sicher etwas ähnlich. Aber lasst mich zumindest ein bisschen ausholen – ich zeige euch also meinen Eindruck, nach drei Bänden.

Mirais Eltern sind tot und er lebt bei Onkel und Tante, die ihn allerdings wie einen Sklaven behandeln. Er sehnt sich nach dem Tod und beschließt, sich umzubringen. Doch ein weiblicher Engel funkt ihm dazwischen, denn sie ist der Meinung, dass alle Menschen ein Recht auf Glück haben! Um Mirai glücklich zu machen, stattet sie ihn mit Flügeln aus und gibt ihm Pfeile, die die Getroffenen sich in ihn verlieben lassen. Außerdem verrät sie ihm, dass sein Onkel und seine Tante Schuld am Tod seiner geliebten Eltern sind. Nun hat Mirai wieder ein Ziel und sinnt auf Rache …

Zeichner, die mit einer Geschichte erfolgreich waren zeichnen gern irgendwann mal etwas ähnliches, wenn es ihnen Spaß gemacht hat. Man kann Ideen einbringen, die man im vorherigen Werk nicht bringen konnte und es geht vielen Zeichnern so. Lynn Okamoto (Elfen Lied & Brynhildr) wäre auch so ein Beispiel, dass ich in diesem Jahr sogar selbst beleuchtet habe. Andere Zeichner hingegen zeichnen Spin Offs oder Fortsetzungen, was ja im Grunde auch nur das selbe wie vorher ist. Was erscheint mir also besser? Fortsetzungen sind generell nicht schlecht, aber bekannte Reihen wie Dragon Ball oder Naruto leben nach Beendigung der Serie nur noch von seinen Fortsetzungen. Irgendwann verliert man da schon den Überblick und hat als nicht wirklicher Fan auch gar keine Lust sich diesen Serien zu widmen. Da greift man doch lieber zu einer völlig neuen Reihe, die der vorherigen Serie nur ähnlich ist.

The Eunuch's Consort Rules The World

Kommen wir erst mal zu Mirai, der wohl als Protagonist wohl ein ziemliches Weichei ist. Von seinem Engel bekommt er das Angebot, Flügel wie ein Engel zu erhalten oder einen von zwei Pfeilen – den roten Pfeil der dafür sorgt, dass dich jemand 33 Tage liebt und alles für dich tut und der weiße Pfeil, der andere töten kann. Anstatt sich aber eins auszusuchen, nimmt er lieber alles und bekommt das auch. Was er im Gegenzug dafür machen muss, kommt allerdings erst etwas später. Als er nach Annahme dieses Angebots nach Hause kommt und erfährt, wer eigentlich für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist folgt eins auf das Andere und die Schuldigen (sein Onkel und seine Tante) stellen sich selbst … beziehungsweise bringt sich seine Tante selbst um, aber das war mehr ein Versehen. Seit dem will Mirai möglichst nicht, dass jemand sterben muss und er will auch selbst niemanden umbringen müssen. Denn um die erhaltenen Fähigkeiten von Nasse (sein Engel) behalten zu dürfen, muss er sich gegen einige Gottesanwärter messen. Deswegen wurden die Engel auch geschickt um Gott ein paar neue Anwärter zu suchen und diese haben es vor allem auf Menschen abgesehen, die ihr Leben selbst aufgegeben haben. Außerdem kann nicht jeder der Engel das gleiche – es gibt noch ein Stufensystem und Mirai hat einen recht hochgestuften Engel an seiner Seite.

Ein weiterer interessanter Punkt der Story ist auch, das Mirai nicht nur niemanden umbringen will sondern auch noch gar nicht Gott werden will. Am Ende des ersten Bandes begegnen wir auch schon dem nächsten Gottesanwärter – Saki, ein Mädchen aus seiner Klasse. Diese wirkt am Anfang wie ein sehr ausdrucksloser und leerer Charakter. Auch ihre Augen werden anfangs sehr leer dargestellt und wir erfahren auch noch den Grund, warum sie so ist. Mirai scheint außerdem auf sie zu stehen, aber nicht in einem gruseligen Sinne wie Besessenheit oder so. Als Saki den roten Pfeil an ihm anwendet (was das einzige ist, was sie kann), verliebt er sich auch eigentlich nicht wirklich in sie und gesteht ihr eigentlich nur laut ihre Gefühle – was er wohl sonst nicht getan hätte. Ab da an arbeiten beide zusammen, da Mirai eben über mehr Fähigkeiten als sie verfügt und es auch noch einen Antagonisten in dieser Geschichte gibt. Metropolisman, der eigentlich auch nichts weiter als ein verwöhnter Oberschüler ist, schleift ständig in irgendeinem Anzug umher und tut einen auf Superheld. Eigentlich ist er charakterlich aber das genaue Gegenteil und würde nur zu gern alle hässlichen Frauen von der Welt verschwinden lassen und Gott werden. Der Kampf dreht sich am Anfang also erstmal nur darum ihn aufzuhalten und dann zu schauen, wie es mit dem Kampf der Gottesanwärter weitergeht. Wenn ein Gottesanwärter nämlich einen anderen tötet, kann er dessen Fähigkeiten einfach so übernehmen. Dabei ist es völlig egal ob Flügel oder Pfeile – er übernimmt alles und kann diese auch anwenden. Somit wird der Antagonist auch umso gefährlicher, wenn er immer mehr der anderen umbringt.

In Platinum End geht es nicht um irgendwelche verdrehten Weltanschauungen oder dergleichen. Es geht um einen Kampf zwischen mehreren Leuten und dieser verlangt auch ein paar Opfer. Die meisten unnötigen Opfer gehen aber immer noch auf das Konto des Antagonisten und der ist einfach abscheulich oberflächlich und komisch drauf. Platinum End ließt sich aber wesentlich einfacher als alle Werke des Obata & Ohba Duos, da es vor allem auch durch seine wunderschönen und detailreichen Zeichnungen glänzt. Die Länge der Kapitel ist wirklich spitze und es fühlt sich auch nicht sonderlich kompliziert an. Aber denken wir mal genauer nach – warum schimpfen die meisten Leute über diese Reihe? Weil es das Death Note Duo ist. Sollte uns nicht eigentlich völlig egal sein, wer hier dran sitzt? Natürlich ist es schön, wenn man ein Fan der beiden ist. Dann kann ich es auch verstehen. Aber ich kann die Vergleiche einfach nicht mehr lesen. Platinum End ist eine völlig eigene Geschichte und das einzige was es mit Death Note gemeinsam hat, ist der immer noch existierende TV-Sender Sakura-TV. Wäre dieser Manga nämlich nicht von den beiden, würde das auch gar keinen stören. Es gibt sicherlich einige Parallelen zwischen diesem Werk und Death Note, aber wisst ihr was? Dies bedeutet nicht, dass die beiden auch auf der selben Schiene laufen und völlig gleich sind. Post wie „ich kann nicht glauben, dass es von den beiden stammt“ weil irgendwas etwas klischeehaftig wirkte, ist so lächerlich. Gerade dramatische Backstorys, die hier auch vorkommen, können nicht immer völlig originell sein. In dieser Reihe wird wirklich immer das Beste gegeben und ich finde diese Vergleiche eher dumm, als wirklich hilfreich für Einsteiger.

Shogakukan, éditeur Manga, Non Classé Japonais

Was lernen wir schließlich drauß? Nur weil da die selben Leute wie auf dem Death Note Cover stehen, heißt es nicht gleich, dass es exakt dasselbe ist. Natürlich wird überall damit geworben und ich kann es den Verlagen auch nicht verübeln. Platinum End hat im Moment noch nicht mal sieben Bände und die Leute heulen schon wie damals, als ein gewisser Meisterdetektiv gestorben ist. Die einzige Schwäche die wirklich aufkommen kann, ist das Problem des Schreibers dieser Reihe. Ohba kennt seine Schwäche allerdings und wird diese Reihe auch nicht zu sehr in die Länge ziehen – sonst hätte er das damals in Death Note auch schon gemacht und Shueisha fackelt nie lang, wenn etwas von ihnen erfolgreich ist und man es in die Länge ziehen kann.

Man kommt bei Platinum End also am allerbesten, wenn man sich selbst einen Eindruck verschafft und Death Note vielleicht sogar nie gelesen hat. Dann entsteht dieses Vergleichsverhalten auch nicht, denn vergleichen kann man beide Reihen wirklich nicht. Ich freue mich zumindest auf jeden Band der in Deutschland erscheint, da ich dann meinem Cousin auf die Nerven gehen kann (der diese immer kauft, obwohl er sie schon vorher online gelesen hat). Wir merken also – nur weil etwas ähnlich ist, wird es nicht direkt schlecht. Denkt mal drüber nach.

Anscheinend noch so ein Anime- und Manga-Fan. Betreibt einen Blog, tut gern einen auf Hipster, übersetzt in ihrer Freizeit auch gern und hat einen Langhaarfetisch. Außerdem ein großes Fangirl des YGO!-Animes (außer ZeXal, sorry), allerdings nur im Originalton.

Quelles Séries Mangas êtes Vous En Train De Lire ?

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